Toxische Beziehungen: Systemische Aufstellung hilft Muster zu erkennen und zu überwinden

 

Toxische Beziehungen sind für die seelische Gesundheit genauso gefährlich, wie es Alkohol oder Fastfood für den Körper sind. Trotzdem bleiben viele Menschen lange in schädlichen Beziehungen mit Partnern, die sie klein machen, abwerten oder narzisstisch missbrauchen. Gerade Hochsensible zieht es immer wieder unbewusst zu solchen Menschen. Wie eine Familienaufstellung hilft, schädliche Beziehungsmuster zu erkennen und zu überwinden.

 

Eine Systemaufstellung gibt Antworten auf elementare Fragen wie: Hat es Sinn, an der Beziehung zu arbeiten, oder ist es besser, sich zu lösen? Oder: Warum gerate ich immer an den oder die Falsche(n)?

 

Gegenüber anderen Methoden hat sie den Vorteil, sowohl die eigenen Anteile am Beziehungsgeschehen anzusehen, als auch die des Partners. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um den Lebenspartner handeln: Auch mit Geschwistern, Eltern und Freunden können wir in Beziehungen leben, die uns schaden.

 

Toxische Beziehungen zu Lebenspartnern belasten unser Leben jedoch besonders stark. Es ist der Mensch, den wir täglich um uns haben, mit dem wir vielleicht sogar einen gemeinsamen Haushalt teilen, eine Ehe führen oder Kinder haben. Gewohnheit macht blind und der Alltagstrott erschwert es, das Schädliche in einer Beziehung noch wahrzunehmen.

 

 

 

Narzisst und Hochsensibler: Ein verhängnisvolles Paar

 

Warum fällt es eigentlich vielen so schwer, sich aus einer toxischen Beziehung zu lösen? Und warum geraten manche Menschen nach einer Trennung immer wieder an den gleichen, „falschen“ Typ Mann oder Frau? Scheiden tut weh und der zu erwartende Trennungsschmerz ist sicher etwas, das viele Menschen bei einem Partner bleiben lässt. Für andere spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle: Wo lande ich, wenn ich mich trenne?

 

Der wahre Grund liegt jedoch viel tiefer: Unser Unbewusstes zieht uns automatisch immer wieder zu Personen, die ähnliche Eigenschaften aufweisen, wie wichtige Bezugspersonen aus unserer Kindheit sie hatten. Dabei ist es dem Unbewussten vollständig egal, wenn diese Menschen womöglich gar nicht gut für uns waren, vielleicht sogar der Entwicklung einer selbstbewussten Persönlichkeit konträr entgegenstanden.

Familienaufstellung am Wochenende in Berlin: „Toxische Beziehungen“ sind das Thema meiner nächsten Aufstellung in der Gruppe am Samstag, 22. Juni. Du möchtest teilnehmen oder hast Fragen vorab? Sende mir eine Nachricht an mail@schuermann-solutions.de. Ich freue mich auf Dich! Die Aufstellung eines Anliegens in der Gruppe kostet 120,00 €, eine Begleitperson ist inklusive. Die Teilnahmegebühr für stellvertretende Beobachter beträgt 10,00 €. Start ist wie immer um 13 Uhr. Wer zum ersten Mal kommt und als Stellvertreter teilnimmt, ist kostenfrei dabei!

 

Dann ist da auch noch die besondere Persönlichkeitsstruktur von Partnern in toxischen Beziehungen. Es finden häufig Personen zusammen, die sich zwar auf unheilvolle Weise ergänzen, die aber auch ein voneinander erheblich abweichendes Sozialverhalten an den Tag legen. Sehr empathische oder hochsensible Menschen fühlen sich besonders stark zu narzisstisch veranlagten Partnern hingezogen. Narzissten wollen geliebt und bewundert werden. Empathische Menschen lieben es zu lieben. Sie sind bereit viel von sich zu geben und andere glücklich zu machen.

 

Aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur ist der narzisstische Partner aber nicht in der Lage, die entgegengebrachte Zuwendung anzunehmen. Es ist ihm unmöglich, diese Liebe und Wertschätzung zurückzugeben. Als Narzisst ist er ein emotionales Fass ohne Boden. Weil er nichts spürt, will er immer mehr. Ohne es zu ahnen bringt er seinen Partner damit in Gefahr, buchstäblich ausgesaut zu werden – bis dieser eines Tages nicht mehr kann, sich selbst aufgibt und nur noch für den Partner lebt.

 

 

 

3 typische Anzeichen für eine toxische Beziehung

 

Stärker als andere neigen Hochsensible dazu, Schuld für Konflikte als erstes bei sich selbst zu suchen. Darum fällt es ihnen so schwer zu erkennen, dass sie in einer toxischen Partnerschaft leben. Statt einen Partner beispielsweise direkt auf rücksichtsloses Verhalten aufmerksam zu machen, reimen sie sich lieber Entschuldigungen für sein schlechtes Benehmen zusammen wie „Er hat es doch nicht so gemeint“.

 

Ständige Kritik am Verhalten oder am Aussehen des Partners bis hin zu unterschwelligen oder direkten Beleidigungen, ist ein Merkmal für eine toxische Beziehung. Es gibt weitere Anzeichen, die Dir ein wichtiger Hinweis darauf sein können, dass Du in einer emotional missbräuchlichen Partnerschaft lebst.

 

 

1. Die Beziehung hat Dich verändert – zum Schlechten

 

Wenn wir länger mit einem Partner zusammen sind, verändert die Beziehung beide. In einer gesunden Beziehung haben beide ein ähnlich starkes Interesse daran, den anderen wohlwollend zu unterstützen. In einer toxischen Beziehung nimmt nur einer der Partner, während der andere immerzu gibt. Besonders wenn sie sich frisch verlieben oder sehr stark lieben neigen Hochsensible dazu, sich selbst aufzugeben und nur noch in der Welt des anderen zu leben.

 

Das anpassende Verhalten lässt auf Dauer ein Gefühl von innerer Leere und Sinnlosigkeit entstehen. Eines Tages reicht es sogar dem sensiblen Partner nicht mehr, den anderen glücklich zu sehen. Der Mangel in der Beziehung wird nach innen umgeleitet: Lang vernachlässigte Bedürfnisse und unerfüllte Wünsche machen sich nun körperlich und seelisch bermerkbar.

 

2. Der Partner verdrängt und projiziert seinen Schmerz

 

Narzissten und Menschen mit narzisstischen Zügen leiden darunter, sich nicht wirklich selbst fühlen zu können. Ein empathischer Partner ist geneigt, diesen unerlösten, verdrängten Schmerz stellvertretend zu übernehmen.

 

Drückt er den Schmerz aktiv aus, wird der empathische Partner in der Folge als „schwierig“ oder als „psychisch krank“ problematisiert. In der Praxis beobachten wir diesen Effekt regelmäßig. Nicht ohne Grund landen gerade solche Menschen häufig in Therapien, die psychisch vollkommen in Ornung sind, die aber zuhause einen Partner haben, der ihnen das Leben schwer macht.

 

3. Dein Körper sendet Dir eindeutige Signale

 

Es ist ein Phänomen, was vermutlich auf die meisten Menschen zutreffend ist: Weit früher als der Kopf es uns mitteilt, zeigt der Körper es an, wenn wir uns mit etwas unwohl fühlen.

 

Wenn Du Dich häufig körperlich unwohl in der Gegenwart Deines Partners fühlst, oder nachdem ihr Zeit miteinander verbracht habt, so ist das ein untrügliches Zeichen für ein toxisches Beziehungsmuster.

 

Vielleicht leidest Du an Magenschmerzen, oder an Rückenschmerzen. Fühlst Dich müde, ausgelaugt und erschöpft. Vielleicht sind es Kopfschmerzen, Migräne, oder Übelkeit. Eigentlich spielt es keine Rolle, was genau es ist: Sobald Dein Körper regelmäßig mit psychosomatischen Stresssymptomen reagiert, ist es Zeit für eine Veränderung. Das kann bedeuten, an der Beziehung zu arbeiten – oder sich notfalls vom toxischen Partner zu lösen.

 

 

 

Kann eine toxische Beziehung zu einer gesunden transformiert werden?

 

Das ist eine Frage, die mir schon recht häufig begegnet ist. Leider muss man feststellen, dass nur sehr wenige Narzissten bereit sind, ihr Verhalten kritisch zu reflektieren. Auf der anderen Seite wird niemand mit narzisstischen Tendenzen geboren und Veränderung ist immer möglich, wenn beide sie wollen.

 

Sofern keine Persönlichkeitsstörung vorliegt und die narzisstische Ausprägung ein gewisses Stadium nicht überschreitet, gibt es Hoffnung. Dazu müssen beide den Willen haben eigene, ungünstige Beziehungsmuster aufzudecken und zu verändern. Ist der Partner zu narzisstisch veranlagt, wird er einer Fehlersuche bei sich selbst niemals zustimmen (können).

 

Für Hochsensible bietet die Arbeit an einer toxischen Beziehung eine hervorragende Möglichkeit, persönlich zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Dazu müssen die eigenen Grenzen erkannt, benannt und dem Partner aufgezeigt werden. Es ist nötig, eigene Wünsche und Bedürfnisse zu identifizieren und als ebenso wichtig, wie die des Partners zu sehen. In letzter Konsequenz kann das auch die Loslösung vom Partner bedeuten, falls dieser aus gewohnten Mustern nicht aussteigen kann.

 

Wichtig: Es geht in dem Prozess nicht darum, einen Schuldigen zu finden! Beide Partner sind erwachsen und tragen Verantwortung für sich selbst. Es geht darum, konflikthafte Beziehungsmuster aufzudecken und eine schwierige Beziehung zu einer erfüllenden Beziehung zu transformieren. Oder, falls sich jegliche Mühe als nicht fruchtbar erweist, sich aus einer toxischen Beziehung zu lösen.

 

Die Erkenntnisse aus einer systemischen Aufstellung zeigen, in welche Richtung es gehen kann.

 

 

Familienaufstellung am Wochenende in Berlin: „Toxische Beziehungen“ sind das Thema meiner nächsten Aufstellung in der Gruppe am Samstag, 22. Juni. Du möchtest teilnehmen oder hast Fragen vorab? Sende mir eine Nachricht an mail@schuermann-solutions.de. Ich freue mich auf Dich! Die Aufstellung eines Anliegens in der Gruppe kostet 120,00 €, eine Begleitperson ist inklusive. Die Teilnahmegebühr für stellvertretende Beobachter beträgt 10,00 €. Start ist wie immer um 13 Uhr. Wer zum ersten Mal kommt und als Stellvertreter teilnimmt, ist kostenfrei dabei!

 

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Frank Schürmann | Tel +49 (0) 163 836 0171 mail@schuermann-solutions.de

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